Libanon verurteilt Angriff auf die Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien
Beirut hat den Angriff auf die saudische Ost-West-Pipeline, der am Freitag in den Regionen Riad und Medina durchgeführt wurde, entschieden verurteilt. Die libanesische Regierung hat ihre Solidarität mit Saudi-Arabien bekundet und ihr Festhalten an der Souveränität der Staaten angesichts der Aktionen bewaffneter Gruppen bekräftigt.
Der Libanon hat heftig auf den Angriff auf eine der Haupttransportachsen für saudisches Öl reagiert. In einer am Samstag veröffentlichten Erklärung hat das libanesische Außenministerium die gezielte Attacke auf die Ost-West-Pipeline "in den schärfsten Worten" verurteilt, eine strategische Infrastruktur, die sich in den Regionen Riad und Medina befindet.
Beirut hat seine Solidarität mit Saudi-Arabien, seinen Führungspersönlichkeiten und seiner Bevölkerung zum Ausdruck gebracht und den Verletzten des Angriffs eine schnelle Genesung gewünscht.
Beirut verurteilt die gezielte Angriffe auf zivile Infrastrukturen
In seiner Erklärung hat die libanesische Diplomatie festgestellt, dass Angriffe auf wesentliche Infrastrukturen eine schwere Verletzung der Prinzipien des Völkerrechts darstellen.
Das Ministerium hat insbesondere betont, dass zivile und lebenswichtige Einrichtungen nicht Ziel von Angriffen sein sollten, und erinnert an die Prinzipien, die in der Charta der Vereinten Nationen sowie den Regeln des humanitären Völkerrechts verankert sind.
Diese Position kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Ost-West-Pipeline eine strategische Rolle für den Export saudischen Öls spielt, insbesondere in einem regionalen Kontext, der von Spannungen und Störungen rund um die Straße von Hormuz geprägt ist.
Drohnen von irakischem Territorium gestartet
Laut Informationen der irakischen Behörden wurde der Angriff von irakischem Territorium aus durchgeführt.
Bewaffnete irakische Gruppen, die von Iran unterstützt werden und bereits in der Vergangenheit von Riad beschuldigt wurden, saudische Energieinfrastrukturen angegriffen zu haben, haben jedoch jede Beteiligung zurückgewiesen.
Die irakischen Behörden haben zudem festgestellt, dass die im Angriff verwendeten Drohnen aus der Provinz Missan im Süden des Landes gestartet wurden. Infolge dieser Erkenntnisse hat der irakische Premierminister Ali el-Zaidi den Militärkommandanten dieser Provinz entlassen.
Der Vorfall fügt den regionalen Spannungen eine neue Dimension hinzu, während mehrere nichtstaatliche bewaffnete Akteure in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens aktiv sind.
Eine Botschaft zur Souveränität der Staaten
Die libanesische Reaktion hat auch eine besondere politische Dimension. Das Außenministerium, geleitet von Joe Raggi, hat auf die Notwendigkeit hingewiesen, gegen militärische Aktivitäten nichtstaatlicher Akteure vorzugehen.
Ohne die Hisbollah direkt in seiner Erklärung zu benennen, hat die libanesische Diplomatie einen Vergleich zur Situation im Libanon, aber auch zu der im Irak und im Jemen gezogen. Sie hat das Prinzip verteidigt, dass Staaten in der Lage sein müssen, ihre Autorität über ihr gesamtes Territorium vollständig auszuüben.
Diese Position wird in einem Kontext der Neuordnung des politischen Kräfteverhältnisses im Libanon und der Debatte über die Entwaffnung der Hisbollah eingenommen.
Riad schließt vorübergehend die Pipeline
Nach dem Angriff haben die saudischen Behörden die vorübergehende Schließung der Ost-West-Pipeline angekündigt.
Diese Infrastruktur hat eine besondere Bedeutung für das Königreich. Sie ermöglicht es, Rohöl an die Küste des Roten Meeres zu transportieren und bietet Saudi-Arabien einen Exportweg, der seine Abhängigkeit von der Passage durch die Straße von Hormuz verringert.
Mit einer angekündigten Kapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag ist die Pipeline seit Beginn des regionalen Krieges Ende Februar noch strategischer geworden.
Eine Annäherung zwischen Beirut und Riad
Die libanesische Verurteilung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Beziehungen zwischen Beirut und Riad seit 2025 eine Annäherung erfahren.
Die Wahl von Joseph Aoun zum libanesischen Präsidenten, gefolgt von der Bildung der von Salam geleiteten Regierung sowie die politische und militärische Schwächung der Hisbollah haben zu einer neuen Dynamik in den Beziehungen zwischen dem Libanon und den Golfstaaten beigetragen.
In diesem Kontext erscheint die Verurteilung des Angriffs auf Saudi-Arabien als ein weiteres Zeichen für den libanesischen Willen, die Beziehungen zu Riad zu stärken und das Prinzip der Souveränität der Staaten in einer Region zu bekräftigen, die weiterhin mit starken Spannungen konfrontiert ist.
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