FIFA-Präsidentschaft steht vor neuer Herausforderung, da Infantinos Eignung geprüft wird
Gianni Infantinos Zukunft als FIFA-Präsident steht nach dem Aufruf der gemeinnützigen Organisation FairSquare, den Governance-, Audit- und Compliance-Ausschuss des Fußballverbands zu bitten, ihn daran zu hindern, sich bei der nächsten Präsidentschaftswahl zur Wahl zu stellen, erneut unter Beschuss.
Die Organisation argumentiert, dass Infantino möglicherweise eine vierte Amtszeit anstrebt, was im Widerspruch zu den FIFA-Regeln stünde, die die Präsidentschaft auf maximal drei Amtszeiten beschränken. Der Streit dreht sich darum, ob seine erste Amtszeit unter den Amtszeitbeschränkungen der Organisation gezählt werden sollte.
Infantino wurde erstmals im Februar 2016 auf einem außerordentlichen FIFA-Kongress gewählt, nachdem er Sepp Blatter nachgefolgt war. Er wurde anschließend zweimal ohne Gegenkandidaten wiedergewählt und befindet sich derzeit in seiner dritten Amtszeit.
Die FIFA-Präsidentschaftswahl ist für März 2027 angesetzt, was die Frage seiner Eignung zunehmend bedeutend macht. Infantino hat betont, dass seine erste Amtszeit nicht auf die Dreijahresgrenze angerechnet werden sollte, da sie mit seiner Wahl während eines außerordentlichen Kongresses begann.
Der Eingriff von FairSquare fügt einem zunehmend überprüften Führungswettbewerb eine weitere Ebene hinzu. Die Anfrage der Organisation bringt das Thema vor die internen Governance-Strukturen der FIFA und könnte die Debatte über die Auslegung der Statuten der Organisation weiter anheizen.
Infantino sieht sich auch Kritik wegen seiner Beziehungen zu politischen Persönlichkeiten und Fußballbehörden ausgesetzt. Eine aktuelle Kontroverse betraf die Entscheidung, die Sperre des US-amerikanischen Nationalspielers Folarin Balogun aufzuheben. Berichten zufolge hatte der ehemalige US-Präsident Donald Trump Infantino in dieser Angelegenheit kontaktiert, eine Kommunikation, die Trump später bestätigte.
Die Beziehungen zwischen Infantino und mehreren kontinentalen Fußballorganisationen sind ebenfalls angespannt. Sein Vorschlag, den Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der Weltmeisterschaft an private Investoren zu prüfen, hat Berichten zufolge Widerstand von der UEFA und anderen Konföderationen hervorgerufen, was die Meinungsverschiedenheiten über das zukünftige Management und die Kommerzialisierung von FIFA-Wettbewerben unterstreicht.
Infantino, 56, steht seit 2016 im Zentrum der FIFA-Führung und hat zwei nachfolgende Wahlen ohne einen Rivalen gesichert. Seine potenzielle Kandidatur für eine weitere Amtszeit könnte nun davon abhängen, wie die FIFA ihre Amtszeitbeschränkungen interpretiert und ob die relevanten Gremien seine Position hinsichtlich seines ersten Mandats akzeptieren.
Der Streit könnte daher ein wichtiges Governance-Thema vor der Wahl 2027 werden. Eine Entscheidung über Infantinos Eignung würde nicht nur das Kandidatenfeld bestimmen, sondern könnte auch die breitere Debatte über die Führung, die institutionellen Regeln und die Rechenschaftspflicht der FIFA beeinflussen.
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