Indonesien: Brände haben im Juli fast 95.000 Hektar verwüstet
Indonesien sieht sich einer raschen Verschärfung der Wald- und Flächenbrände gegenüber. Im Monat Juli wurden fast 95.000 Hektar betroffen, was fast so viel ist wie in den ersten sechs Monaten des Jahres. Die Behörden befürchten eine weitere Intensivierung des Phänomens, da das El Niño-Ereignis bis Anfang 2027 andauern könnte.
Ein besonders zerstörerischer Juli
Die Brände haben im Herzen des Sommers in Indonesien erheblich zugenommen. Laut den Daten des Forstministeriums wären 94.539 Hektar im Juli betroffen gewesen, was die Jahresbilanz stark ansteigen lässt.
Zwischen Januar und Juni waren 107.465 Hektar betroffen. Ende Juli betrug die kumulierte Fläche somit 202.004 Hektar, fast doppelt so viel wie im Monat zuvor.
Diese Beschleunigung erfolgt, während die Wetterbedingungen besonders günstig für die Ausbreitung der Brände werden.
Ein intensiveres El Niño als erwartet
Der Forstminister Raja Juli Antoni hat die Parlamentarier über die Stärke des derzeit beobachteten El Niño-Ereignisses informiert. Seiner Meinung nach hatte der Index, der seine Intensität misst, Mitte August das Niveau überschritten, das während des starken Ereignisses von 2015 registriert wurde.
Dieser Vergleich ist in Indonesien besonders sensibel. Das Jahr 2015 war von einer großen Umweltkatastrophe geprägt, bei der etwa 600.000 Hektar im gleichen Zeitraum von Bränden betroffen waren.
Die aktuelle Bilanz bleibt also unter der von 2015, übersteigt jedoch bereits die Werte von 2019 und 2023. Für die Behörden rechtfertigt diese Entwicklung eine verstärkte Mobilisierung.
Der Höhepunkt der Brände steht noch bevor
Die Situation könnte in den kommenden Wochen noch schwieriger werden. Die indonesische Wetterbehörde prognostiziert, dass die Bedingungen im Zusammenhang mit El Niño bis Anfang 2027 anhalten werden.
Die kritischste Phase für Wald- und Flächenbrände wird voraussichtlich zwischen August und September liegen, wenn Trockenheit und heiße Bedingungen eine schnelle Ausbreitung der Brände begünstigen können.
Die Behörden versuchen daher, Maßnahmen zu ergreifen, bevor das Phänomen seinen Höhepunkt erreicht.
Maßnahmen zur Risikominderung
Angesichts der Zunahme der Brandherde gibt die Regierung an, bereits mehrere präventive Maßnahmen ergriffen zu haben. Zwischen Februar und Juli wurden in mehreren besonders gefährdeten Provinzen künstliche Wetteränderungsoperationen durchgeführt.
Ziel ist es, Niederschläge zu erzeugen, um die Bodentrockenheit zu verringern und die Bedingungen, die Brände begünstigen, einzuschränken.
Diese Interventionen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Überwachung und Bekämpfung von Bränden, während einige Gebiete bereits von erheblichen Ereignissen betroffen sind.
Der Nationalpark Bromo wird bald wieder eröffnet
Auf der Insel Java kündigen die Behörden außerdem die baldige Wiedereröffnung des Nationalparks Bromo an, nachdem die Brände, die dieses stark frequentierte Touristenziel betroffen hatten, eingedämmt wurden.
Über 1.100 Hektar wurden im Park betroffen. Die Wiedereröffnung sollte nach den Sicherheitsmaßnahmen der Behörden erfolgen.
Der Fall Bromo verdeutlicht die Auswirkungen der Brände auf die Ökosysteme, aber auch auf die touristische und wirtschaftliche Aktivität in bestimmten indonesischen Regionen.
Ein Jahr unter genauer Beobachtung
Mit über 202.000 Hektar, die seit Jahresbeginn betroffen sind, geht Indonesien mit erhöhter Wachsamkeit in die kommenden Monate. Obwohl die Bilanz unter der von 2015 bleibt, zeigt der Anstieg im Juli, dass sich die Situation schnell verschlechtern kann.
Die angekündigte Verlängerung von El Niño bis 2027 und das Herannahen der traditionell kritischsten Phase stellen die Behörden vor eine große Herausforderung: die Brände einzudämmen, bevor sie ein Ausmaß erreichen, das mit den schwersten Episoden der Vergangenheit vergleichbar ist.
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