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Großbritannien kämpft gegen EU-Bürokratie

Tuesday 06 - 14:42
Großbritannien kämpft gegen EU-Bürokratie

Britische Regierungsvertreter intensivieren ihre Bemühungen um ein verbessertes Brexit-Abkommen mit der Europäischen Union. Im Fokus stehen dabei Schlüsselbereiche wie Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Energie. Unternehmen warnen jedoch, dass neue regulatorische Hürden den Handel bereits jetzt belasten. Zu Beginn des neuen Jahres müssen sich britische Exporteure mit einer Reihe von EU-Maßnahmen auseinandersetzen, darunter CO₂-Grenzabgaben, neue Zölle und strengere Einfuhrbestimmungen. Dies könnte die Kosten erhöhen und den Handel über den Ärmelkanal verkomplizieren.

Ab dem 1. Januar müssen Importeure von CO₂-intensiven Gütern aus Nicht-EU-Ländern Daten zu ihren CO₂-Emissionen vorlegen und Zertifikate im Rahmen des EU-Grenzausgleichsmechanismus für CO₂ erwerben. Während Großbritannien und die EU über die Verknüpfung ihrer Emissionshandelssysteme verhandeln, dauern die Gespräche noch an. Britische Händler könnten daher vorübergehend mit höheren Kosten konfrontiert werden. Auch Stahlproduzenten sehen sich potenziellen Beschränkungen gegenüber: Die EU plant, die Einfuhrquoten ab Juni zu halbieren, was Zölle auf Mengen oberhalb der Obergrenze zur Folge haben wird.

Zusätzliche Maßnahmen, wie der Industrial Accelerator Act, dürften öffentliche Einrichtungen dazu anregen, europäische Produkte zu bevorzugen, was britische Exporteure weiter belasten dürfte. Die Zollvergünstigungen für E-Commerce-Sendungen unter 150 € werden im Juli abgeschafft und durch einen Zollsatz von 3 € pro Warencode ersetzt. Dies trifft kleine Unternehmen, die auf Online-Verkäufe angewiesen sind. Britische Automobilhersteller müssen zudem mit 10-prozentigen Zöllen auf Elektrofahrzeuge mit chinesischen Batterien rechnen. Dies ist Teil der EU-Bemühungen, die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten zu verringern.

Ab Ende 2026 müssen größere Exporteure die EU-Vorschriften zur Entwaldung einhalten. Diese sollen sicherstellen, dass Produkte wie Rindfleisch, Kaffee, Palmöl und Holz nicht mit Entwaldung in Verbindung stehen. Kleinere Unternehmen haben bis Mitte 2027 Zeit, diese Standards zu erfüllen. Die Anwendung dieser Regeln in Nordirland wird weiterhin diskutiert. Viele britische Unternehmen berichten von wachsender Frustration. Umfragen zufolge ist mehr als die Hälfte der Exporteure der Ansicht, dass das aktuelle Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU das Umsatzwachstum nicht fördert.

Trotz dieser Herausforderungen zeigte sich Premierminister Keir Starmer optimistisch hinsichtlich eines umfassenderen Brexit-Reset-Abkommens, das über den letztjährigen Gipfel hinausgeht und eine fünfjährige Überprüfung des Handelsabkommens nach dem Brexit beinhaltet. Starmer betonte eine engere Angleichung an den EU-Binnenmarkt in Sektoren wie Lebensmittel und Landwirtschaft und lehnte gleichzeitig eine Rückkehr zur Zollunion ab. Die Verhandlungsführer prüfen weiterhin die branchenspezifische Zusammenarbeit, um Handelshemmnisse abzubauen. Experten warnen jedoch, dass die Minderung der neuen regulatorischen Belastungen Zeit in Anspruch nehmen wird.

 



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