Musk prognostiziert, dass KI im Weltraum erdgebundene Systeme überholen wird
Elon Musk hat vorhergesagt, dass die Rechenkapazität für künstliche Intelligenz im Weltraum die gesamte auf der Erde verfügbare Rechenleistung innerhalb von fünf Jahren übertreffen wird. Damit entwarf er eine ambitionierte Vision, die die Zukunft der digitalen Infrastruktur über den Planeten hinaus verändern wird.
In einem Podcast-Interview mit Dwarkesh Patel und Stripe-Mitbegründer John Collison argumentierte Musk, dass der Weltraum schon bald der wirtschaftlichste Standort für großflächige KI-Infrastrukturen sein wird. Er sagte, dass orbitale Umgebungen innerhalb von etwa drei Jahren, möglicherweise sogar früher, unübertroffene Vorteile für die Skalierung fortschrittlicher Computersysteme bieten würden. Laut Musk ist der Weltraum der einzige Bereich, in dem künstliche Intelligenz ohne die physikalischen und wirtschaftlichen Beschränkungen der Erde wachsen kann.
Mit Blick auf die Zukunft vermutete Musk, dass die jährlichen Einsätze von KI-Systemen im Orbit die kumulierte Anzahl der auf der Erde betriebenen Systeme übertreffen könnten. Seine Äußerungen fielen zeitlich mit einem kürzlich eingereichten Antrag von SpaceX zusammen, in dem das Unternehmen die Genehmigung für den Start von bis zu einer Million Satelliten im Rahmen eines geplanten Netzwerks orbitaler Rechenzentren beantragte. Die Satelliten würden in Höhen zwischen 500 und 2.000 Kilometern operieren und über optische Laserverbindungen mit hoher Bandbreite miteinander verbunden sein, wodurch ein riesiges Weltraum-Rechennetz entstünde.
SpaceX beschrieb das Projekt in seinem Antrag als einen Schritt hin zu einer sogenannten Kardaschow-Zivilisation der Stufe 2. Damit ist ein theoretisches Stadium gemeint, in dem eine Gesellschaft die volle Energieausbeute der Sonne nutzen kann. Das Unternehmen argumentierte, dass Solarpaneele im Weltraum deutlich effizienter seien als auf der Erde und dass das natürliche Vakuum für passive Kühlung sorge, wodurch der Energiebedarf von Rechenzentren deutlich reduziert werde.
Nach der Annahme des Vorschlags durch die Federal Communications Commission (FCC) begann die öffentliche Konsultationsphase, die die Aufmerksamkeit auf das Ausmaß und die Tragweite des Plans lenkte. Die Initiative steht zudem in engem Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten Übernahme von Musks KI-Startup xAI durch SpaceX, einem Deal, der Anfang des Monats abgeschlossen wurde. Durch den Zusammenschluss wurden Raketentechnologie, KI-Entwicklung und Social-Media-Aktivitäten unter einem Dach vereint. So entstand, wie Musk es intern bezeichnete, ein vertikal integrierter Motor für Innovationen auf und jenseits der Erde. Das fusionierte Unternehmen wird Berichten zufolge mit rund 1,25 Billionen US-Dollar bewertet und plant voraussichtlich noch in diesem Jahr einen Börsengang, der potenziell mehrere zehn Milliarden US-Dollar Kapital einbringen könnte.
Trotz dieser ambitionierten Vision herrscht in der Branche Skepsis. Musk räumte ein, dass die Umsetzung des Plans etwa 10.000 Starts pro Jahr erfordern würde – eine Zahl, die die aktuellen Startrekorde deutlich übersteigt. Analysten bezweifeln die technische Machbarkeit der Wartung und Aufrüstung von Hardware im Orbit sowie die Herausforderungen der Kühlung von Hochleistungsprozessoren im Weltraum. Einige Rechenzentrumsmanager lehnen das Konzept kategorisch ab und argumentieren, dass die Platzierung von Servern im Orbit nur wenig praktischen Nutzen bringe, solange sich die Kunden nicht ebenfalls im Weltraum befänden.
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