Hyundai entwickelt eigenes Fahrassistenzsystem für 2029
Die Hyundai Motor Group verstärkt ihre Ambitionen im Bereich der Fahrassistenzsoftware. Der südkoreanische Hersteller plant nun, ab Ende 2029 Fahrzeuge mit intern entwickelter Technologie auf den Markt zu bringen. In der Zwischenzeit wird sich die Gruppe stärker auf Nvidia stützen, um den Einsatz fortschrittlicher Funktionen bereits ab 2028 zu beschleunigen.
Ein um zwei Jahre verschobener Zeitplan
Das Projekt zur Entwicklung einer proprietären Fahrassistenzplattform sollte ursprünglich Ende 2027 auf den Markt kommen. Hyundai zielt nun auf Ende 2029 ab, eine Verschiebung, die die Schwierigkeiten verdeutlicht, interne Software zu erstellen, die in der Lage ist, zunehmend komplexe Fahrsituationen zu bewältigen.
Um diese Übergangszeit zu überbrücken, werden Hyundai und Nvidia gemeinsam an Fahrassistenzsystemen der Stufen 2+ und 2++ arbeiten. Ihr Erscheinen wird für 2028 angekündigt.
Diese Technologien unterscheiden sich von der vollständig autonomen Fahrt: Der Fahrer muss weiterhin die Straße im Auge behalten und in der Lage sein, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen.
Nvidia im Zentrum der Übergangsstrategie
Die Partnerschaft mit Nvidia soll es Hyundai ermöglichen, Zeit zu gewinnen, während das Unternehmen weiterhin an seiner eigenen Softwarearchitektur arbeitet. Park Min-woo, Präsident der Gruppe und ehemaliger Nvidia-Manager, versichert, dass diese Zusammenarbeit nicht bedeutet, dass Hyundai die Kontrolle über seine Technologie aufgeben will.
Der Hersteller plant insbesondere, die von Fahrzeugen mit Nvidia-Lösungen gesammelten Daten zu nutzen, um seine zukünftige hausinterne Plattform, genannt Atria, zu trainieren und zu verbessern.
Diese Strategie spiegelt einen wichtigen Wandel in der Herangehensweise der Gruppe wider. Hyundai strebt nun an, die technologischen Fähigkeiten eines spezialisierten Partners zu kombinieren, mit dem Ziel, letztendlich eine Softwarelösung zu haben, die direkt kontrolliert wird.
Sensoren ohne Lidar, um zu beginnen
Die ersten Fahrzeuge, die die Hyperion 10-Plattform von Nvidia nutzen, werden voraussichtlich ein Set aus Kameras, Radaren und Ultraschallsensoren verwenden. Hyundai plant daher zunächst nicht, systematisch auf Lidar zurückzugreifen, eine teurere Technologie, die verwendet wird, um die Umgebung des Fahrzeugs präzise zu kartieren.
Der Hersteller schließt jedoch dessen Verwendung für Systeme der Stufe 3 nicht aus. In diesem Stadium betrachtet Hyundai die Redundanz der Sensoren als ein wesentliches Element zur Gewährleistung der Sicherheit, insbesondere im Falle eines Ausfalls eines der Systeme.
Stufe 3 entspricht einer fortgeschritteneren Automatisierung, die es dem Fahrer ermöglicht, bestimmte Fahraufgaben unter genau definierten Bedingungen zu delegieren.
Hyundai möchte von den Daten profitieren
Um seine proprietäre Technologie zu entwickeln, plant Hyundai auch, die Größe seines globalen Fuhrparks zu nutzen. Die Gruppe und ihre Tochtergesellschaft Kia verfügen über eine Flotte von mehreren Millionen Fahrzeugen, was ihnen eine beträchtliche Menge an Daten aus realen Fahrsituationen liefern könnte.
Hyundai schätzt, dass sie bis 2033 ihre Wettbewerber hinsichtlich kumulierter Fahrdaten übertreffen können. Das ist strategisch wichtig: Im Rennen um autonome Technologien ist die Fähigkeit, diese Daten zu sammeln, zu verarbeiten und zu nutzen, ein entscheidender Hebel zur Schulung von Künstlicher Intelligenz-Software.
Ein zunehmend umkämpfter Wettlauf um Autonomie
Die Verzögerung von Hyundai erfolgt, während Tesla und mehrere chinesische Hersteller ihre Bemühungen im Bereich automatisierter Fahrsysteme beschleunigen. Der Automarkt spielt sich daher nicht mehr nur auf Motoren, Batterien oder Design ab, sondern auch auf der Kontrolle über Software und eingebettete Künstliche Intelligenz.
Hyundai entwickelt parallel seine Beziehungen zu Nvidia in anderen Bereichen, insbesondere in Bezug auf Datenzentren, die der Künstlichen Intelligenz gewidmet sind, und humanoide Roboter von Boston Dynamics.
Der Hersteller beabsichtigt so, schrittweise ein breiteres technologisches Ökosystem aufzubauen, während er die Übergang zu einer selbst entwickelten Fahrassistenzplattform vorbereitet.
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