Indonesien: Sechs Tote und 129 Vermisste nach dem Kentern einer Fähre
Eine Fähre, die die Insel Java mit Borneo verband, kenterte am Sonntagmorgen unter schwierigen Wetterbedingungen und forderte mindestens sechs Todesopfer. Von den 243 Personen an Bord der Virgo Transport 8 wurden 108 gerettet, während 129 weitere weiterhin vermisst werden. Die Rettungsaktionen dauern in einem unruhigen Meer an, was die Intervention der Rettungsteams erheblich erschwert.
Eine Fähre voller Passagiere und Fahrzeuge
Die Virgo Transport 8 hatte am Samstag den Hafen von Surabaya im Osten von Java in Richtung Banjarmasin in Südkalimantan auf der Insel Borneo verlassen. Das Schiff transportierte 213 Passagiere sowie 30 Besatzungsmitglieder.
Der Kontakt zur Fähre ging gegen 2 Uhr morgens, Ortszeit, verloren. Laut Informationen, die den Rettungskräften übermittelt wurden, hatte der Kapitän zuvor gemeldet, dass das Schiff zu kippen begann.
Die letzte Bilanz, die von der indonesischen Nationalen Such- und Rettungsbehörde, Basarnas, veröffentlicht wurde, spricht von sechs Toten und 108 geretteten Personen. Die Suche nach 129 Passagieren und Besatzungsmitgliedern, die weiterhin vermisst werden, geht weiter.
Das Schiff kenterte, ohne zu sinken
Die indonesischen Behörden haben klargestellt, dass die Fähre nicht vollständig unter Wasser war. Nach Beobachtungen aus einem Hubschrauber hatte sich die Virgo Transport 8 umgedreht, war aber mehrere Stunden nach dem Unfall noch nicht gesunken.
Diese Situation ermöglicht es den Rettungsteams, die Suche rund um das Schiff fortzusetzen. Doch die Bedingungen auf See machen die Operation besonders gefährlich.
Wellen von bis zu 2,5 Metern erschweren insbesondere die Einsätze der Rettungsboote. Der lokale Verantwortliche für die Operationen wies darauf hin, dass selbst ein 40 Meter langes Rettungsschiff in diesen Bedingungen erheblichen Risiken ausgesetzt war.
Zwei Hubschrauber sind ebenfalls an den Suchaktionen beteiligt.
Panik zum Zeitpunkt des Kenterns
Die ersten Berichte von Überlebenden beschreiben eine Szene großer Verwirrung.
Rinto Arahap, 33 Jahre alt, erklärte, dass viele Passagiere schliefen, als das Schiff zu kippen begann. Er sagte, er habe zuvor ein Geräusch gehört, das einem brechenden Metallstück ähnlich war.
Seinem Bericht zufolge brach schnell Panik auf dem Schiff aus. Einige Passagiere versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, während andere nach einem Ausgang suchten.
Der Überlebende behauptet auch, dass während des Kenterngeschehens keine klare Warnung vom Personal gegeben wurde. Er wurde am Kopf und am Daumen verletzt und erhielt in einem Gesundheitszentrum in Banjarmasin Hilfe.
In Banjarmasin warten die Familien
Die ersten Überlebenden trafen vor Einbruch der Dunkelheit im Hafen von Banjarmasin ein. Einige wurden auf Tragen zu Krankenwagen transportiert, während andere in Rollstühlen Hilfe von den Rettungskräften erhielten.
Vor Ort dominiert die Besorgnis unter den Familien, die nach Nachrichten über ihre Angehörigen suchen. Dutzende von Personen konsultieren die von den Behörden erstellten Listen der Überlebenden.
Jenah, 26 Jahre alt, wartete insbesondere auf Informationen über ihren Bruder, der allein an Bord der Fähre reiste. Seit der Nacht des Unglücks hat sie keine Nachrichten erhalten und äußerte ihre Besorgnis und Hoffnung, ihn lebend zu finden.
Eine neue Warnung zur maritimen Sicherheit
Das Unglück ereignet sich in einem Land, in dem maritime Verbindungen eine wesentliche Rolle spielen. Mit mehr als 17.000 Inseln ist Indonesien stark auf Fähren und andere Boote angewiesen, um seine Gebiete zu verbinden.
Maritime Unfälle sind dort häufig, insbesondere aufgrund der manchmal schwierigen Wetterbedingungen und der wiederkehrenden Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsstandards.
Das Kentern der Virgo Transport 8 erfolgt zudem nach mehreren kürzlichen Vorfällen. Im Vormonat hatte ein Brand an Bord einer Fähre, die Bali und Lombok verband, einen Toten und fünf Vermisste gefordert. Einige Tage später hatte ein Schnellboot, das acht Personen transportierte, ebenfalls den Kontakt in der Nähe des Anak Krakatau verloren, während fünf Journalisten an Bord waren, um den Ausbruch des Vulkans zu berichten.
Die Suche geht weiter
Für die indonesischen Behörden bleibt die Priorität, die 129 Personen zu finden, die weiterhin vermisst werden. Die Operationen müssen mit einem schwierigen Meer und erheblichen Risiken für die Retter umgehen.
Während die Familien in Banjarmasin weiterhin auf Informationen warten, könnte sich die Bilanz im Laufe der Suche noch ändern. Die Rettungskräfte setzen ihre Operationen auf See und in der Luft fort, um die Personen zu lokalisieren, die noch nicht gefunden wurden.
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