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Brasilien: Lula wird von Flavio Bolsonaro vor den Präsidentschaftswahlen eingeholt

Wednesday 02 September 2026 - 16:02
Brasilien: Lula wird von Flavio Bolsonaro vor den Präsidentschaftswahlen eingeholt

Wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl im Oktober verringert sich der Vorsprung von Luiz Inácio Lula da Silva gegenüber Flavio Bolsonaro deutlich. Laut einer Umfrage von Quaest, die Ende August bis Anfang September durchgeführt wurde, liegen die beiden Kandidaten nun Kopf an Kopf in der Hypothese einer Stichwahl.

Ein Abstand von nur einem Punkt

Der brasilianische Präsidentschaftswahlkampf tritt in eine besonders umkämpfte Phase ein. In einer Simulation der Stichwahl, die das Institut Quaest für Globo durchgeführt hat, würde Lula 42 % der Stimmen erhalten, während Flavio Bolsonaro, der älteste Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, 41 % erzielen würde.

Das Ergebnis spiegelt eine spektakuläre Verengung des Abstands zwischen den beiden Hauptkandidaten wider. In der vorherigen Umfrage von Quaest, die am 14. August veröffentlicht wurde, hatte der amtierende Präsident noch einen Vorsprung von drei Punkten, mit 43 % der Stimmenabsichten gegenüber 40 % für Flavio Bolsonaro.

Mit einer Fehlermarge von zwei Punkten befinden sich die beiden Kandidaten somit in einer Situation fast statistischer Gleichheit.

Lula bleibt im ersten Wahlgang vorne

Das Szenario für den ersten Wahlgang bleibt jedoch zugunsten des brasilianischen Präsidenten. Lula würde 37 % der Stimmenabsichten erhalten, während Flavio Bolsonaro 30 % erzielen würde.

Hinter ihnen würde der Psychiater und Schriftsteller Augusto Cury 10 % der Stimmen erhalten, während Renan Santos 3 % erreichen würde. Diese Zahlen bestätigen vor allem die Fortschritte von Cury, der sich allmählich unter den Hauptkandidaten der Wahl positioniert.

Das Institut Quaest ist somit die dritte große Umfrageorganisation in dieser Woche, die Augusto Cury auf den dritten Platz setzt. Seine Medienpräsenz und starke Präsenz in sozialen Netzwerken scheinen dazu beizutragen, seine Kandidatur zu stärken.

Eine Präsidentschaftswahl, die noch offen ist

Das brasilianische Wahlsystem sieht eine Stichwahl vor, wenn kein Kandidat im ersten Wahlgang mehr als 50 % der gültigen Stimmen erhält. In dieser Konstellation treten die beiden führenden Kandidaten in einer neuen Wahl gegeneinander an.

Das aktuelle Kräfteverhältnis lässt somit auf einen besonders engen Wahlkampf schließen. Wenn Lula im ersten Wahlgang einen Vorsprung behält, verschwindet sein Vorteil fast vollständig, wenn eine direkte Konfrontation mit Flavio Bolsonaro in Betracht gezogen wird.

Diese Dynamik könnte den Kandidaten, die einen Teil des Wählerpotenzials außerhalb der beiden Hauptpolitischen Lager ansprechen können, eine größere Bedeutung verleihen.

Eine Umfrage zu Beginn der letzten Phase

Für diese Umfrage hat Quaest 2.004 Personen zwischen dem 30. August und dem 1. September befragt. Die Fehlermarge wird auf zwei Prozentpunkte geschätzt.

Mit Blick auf die Wahl im Oktober werden die kommenden Umfragen daher besonders genau beobachtet. Die Annäherung zwischen Lula und Flavio Bolsonaro zeugt bereits von einem Wettkampf, der bis in die letzten Wochen des Wahlkampfs unentschieden bleiben könnte.


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