Der Iran-Konflikt setzt neue Impulse auf die globalen Märkte
Die globalen Finanzmärkte standen am Dienstag erneut unter Druck, da die Eskalation der militärischen Spannungen im Nahen Osten die Energiepreise in die Höhe trieb und Bedenken hinsichtlich der Inflation, der Kreditkosten und der Aussichten für die Weltwirtschaft neu entfachte.
Die neuesten Marktbewegungen folgten auf neue US-Angriffe gegen den Iran, die von US-Präsident Donald Trump als groß angelegt und mächtig beschrieben wurden. Die iranischen Behörden kündigten unterdessen den Start einer militärischen Operation als Antwort auf das, was sie als amerikanische Aggression bezeichneten, an.
Die erneute Konfrontation hat schnell die Risikoprämien auf den Energiemärkten erhöht. Nach einer Phase relativer Ruhe, in der sich die Investoren auf die wirtschaftlichen Maßnahmen Washingtons konzentriert hatten, hat die Rückkehr zur militärischen Eskalation die Ängste vor Störungen der Energieversorgung und des internationalen Handels geschürt.
US-West Texas Intermediate-Rohöl stieg um 5,20 % auf 90,22 $ pro Barrel und erreichte den höchsten Stand seit Ende Juli. Brent-Rohöl, der internationale Benchmark, legte um 4,60 % auf 94,65 $ pro Barrel zu.
Bedenken hinsichtlich des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz trugen zur Unsicherheit auf dem Markt bei. Zwei Öltanker wurden Berichten zufolge von nicht identifizierten Projektilen getroffen, als sie die strategische Wasserstraße verließen, so eine griechische Schifffahrtsagentur. Die Vorfälle schwächten die Hoffnungen, dass die Navigation durch die Straße bald wieder normal werden könnte.
Auch die europäischen Gasmärkte reagierten scharf. Die Gaspreise stiegen auf 74,20 € pro Megawattstunde, den höchsten Stand seit Januar 2023. Sinkende europäische Gasbestände und Vorbereitungen zur Sicherung der Versorgung vor der Wintersaison haben die Bedenken hinsichtlich der potenziellen Auswirkungen anhaltender regionaler Spannungen verstärkt.
Der Druck erstreckte sich über die Rohstoffe hinaus. Die Renditen von Staatsanleihen stiegen, da Investoren höhere Renditen verlangten, um die Risiken im Zusammenhang mit anhaltender Inflation und schwächerer wirtschaftlicher Aktivität auszugleichen.
Die Rendite französischer 10-jähriger Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit 2008, während die deutsche Entsprechung den höchsten Punkt seit 2011 erreichte. Auch die Kreditkosten in Großbritannien bewegten sich auf ein Niveau, das seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen wurde, während die 10-jährige Rendite Japans den höchsten Stand seit 1996 erreichte.
Die Entwicklungen kamen, während die Inflation in der Eurozone im August auf den höchsten Wert seit drei Jahren anstieg, was die Unsicherheit über die zukünftige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank verstärkte. Investoren beobachten zunehmend, wie höhere Energiekosten in die Verbraucherpreise einfließen und die Bemühungen zur Kontrolle der Inflation komplizieren könnten.
In den Vereinigten Staaten hat die Eskalation auch die Erwartungen rund um die Sitzung der Federal Reserve im September getrübt. Höhere Energiepreise könnten inflationsfördernde Druckmittel verstärken und den Ansatz der Zentralbank zu den Zinssätzen beeinflussen.
Die Aktienmärkte spiegelten die wachsende Unsicherheit wider. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,79 %, während der Nasdaq um 1,03 % nachgab. Auch die großen europäischen Märkte, darunter Paris, Frankfurt, London und Mailand, bewegten sich nach unten, während die Investoren die potenziellen wirtschaftlichen Folgen des erneuten Konflikts bewerteten.
Die neuesten Entwicklungen unterstreichen, wie schnell geopolitische Spannungen im Nahen Osten die globalen Finanzmärkte beeinflussen können. Energiepreise, Inflationserwartungen, Staatsverschuldungskosten und das Anlegervertrauen bleiben besonders empfindlich gegenüber jeglichen Bedrohungen für die Öl- und Gasversorgung oder den maritimen Verkehr durch wichtige regionale Routen.
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