Xiaomi präsentiert seinen ersten 3nm Smart-Driving-Chip
Xiaomi hat seinen ersten intern entwickelten Halbleiter vorgestellt, der speziell zur Stromversorgung intelligenter Fahrzeugsysteme in seinen Elektrofahrzeugen konzipiert wurde und damit einen bedeutenden Schritt in den wachsenden Ambitionen des chinesischen Technologieunternehmens im Automobilsektor darstellt.
Der neue Chip, bekannt als Xring D100, wird mit einem 3-Nanometer-Prozess hergestellt. Diese fortschrittliche Fertigungstechnologie ermöglicht es, eine größere Anzahl von Transistoren in einem kleineren Bereich zu integrieren, was potenziell eine höhere Rechenleistung bei verbesserter Energieeffizienz liefert.
Der D100 wurde entwickelt, um KI-Aufgaben direkt im Fahrzeug zu bewältigen. Xiaomi plant, den Chip ab 2027 in Nutzfahrzeugen einzuführen, obwohl das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben hat, welches Modell als erstes damit ausgestattet wird.
Der Prozessor verfügt Berichten zufolge über 20 Hochleistungs-CPU-Kerne und eine 16-Kern-neuronale Verarbeitungseinheit, die für KI-Lasten ausgelegt ist. Er unterstützt auch einen einheitlichen Speicher von bis zu 160 GB, sodass anspruchsvolle KI-Modelle lokal im Fahrzeug ausgeführt werden können, anstatt stark auf externe Rechenzentren angewiesen zu sein.
Dieser Ansatz könnte die Reaktionszeiten reduzieren und die Zuverlässigkeit intelligenter Fahrfunktionen verbessern, indem die Abhängigkeit von Cloud-Konnektivität eingeschränkt wird. Xiaomi hat jedoch noch nicht die offizielle TOPS-Bewertung des Chips bekannt gegeben, ein Standardmaß zur Bewertung der Verarbeitungsleistung von KI-Hardware.
Einige inoffizielle Schätzungen haben eine Leistung im Bereich von 700 bis 1.000 TOPS vorgeschlagen, aber diese Zahlen wurden von Xiaomi nicht bestätigt und sollten daher mit Vorsicht betrachtet werden.
Dieser Schritt spiegelt einen breiteren Trend unter chinesischen Elektrofahrzeugherstellern wider, eigene Automobilchips zu entwickeln. Unternehmen wie BYD, Nio und XPeng investieren ebenfalls in eigene Halbleitertechnologie, da sich die Branche zunehmend auf fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und softwaredefinierte Fahrzeuge konzentriert.
Die Entscheidung von Xiaomi könnte dem Unternehmen eine größere Kontrolle über die Beziehung zwischen Hardware und Fahrzeugsoftware geben. Die Entwicklung eines eigenen Prozessors könnte es den Ingenieuren ermöglichen, die Rechenressourcen enger auf die Fahrzeuge des Unternehmens abzustimmen und gleichzeitig die langfristige Abhängigkeit von externen Lieferanten potenziell zu reduzieren.
Die aktuellen Elektrofahrzeuge von Xiaomi, einschließlich des SU7 und YU7, haben auf Lösungen von Drittanbietern zurückgegriffen, einschließlich Technologien von Nvidia. Der Übergang zu proprietären Chips stellt einen signifikanten Strategiewechsel dar und erfordert erhebliche Investitionen in Forschung, Tests und Produktion.
Das Unternehmen hat Berichten zufolge mehr als 21 Milliarden Yuan in sein Halbleiterentwicklungsprogramm investiert, mit einem Team von rund 3.000 Ingenieuren, die an dem Projekt beteiligt sind. Solche Investitionen verdeutlichen die finanziellen und technischen Ressourcen, die erforderlich sind, um Prozessoren für den Automobilbereich zu entwickeln, die unter anspruchsvollen realen Bedingungen sicher betrieben werden können.
Obwohl der D100 die Verifizierung und Labortests abgeschlossen hat, erfordert seine kommerzielle Bereitstellung weitere Validierungen. Der Chip muss unter wechselnden Temperaturen und Vibrationen zuverlässig arbeiten und nahtlos mit Sensoren, Software, Fahrzeugsteuerungen und Sicherheitssystemen integriert werden.
Wenn Xiaomi es gelingt, den D100 2027 in Serienfahrzeuge einzuführen, könnte die Technologie seine Position im zunehmend wettbewerbsintensiven Elektrofahrzeugmarkt in China stärken. Die Entwicklung spiegelt auch einen breiteren Wandel in der Automobilindustrie wider, in der Rechenleistung, künstliche Intelligenz und Software ebenso wichtig für die Fahrzeugentwicklung werden wie traditionelle Maschinenbau.
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