Chinesisches Comac C919 absolviert ersten internationalen Linienflug
Das chinesische Comac C919 hat einen bedeutenden Schritt gemacht, um sich über den heimischen Markt hinaus zu etablieren, indem es am Mittwoch seinen ersten internationalen Linienflug mit einer Verbindung zwischen Peking und Ulaanbaatar abgeschlossen hat.
Der Flug, der von Air China durchgeführt wurde, markiert einen symbolischen Meilenstein für die chinesische Luftfahrtindustrie, da das Land versucht, seine Abhängigkeit von den beiden großen westlichen Herstellern Airbus und Boeing zu verringern.
Eine sorgfältig ausgewählte internationale Route
Das C919 startete am 12. August von Peking in die mongolische Hauptstadt und begann einen vorübergehenden täglichen Service zwischen den beiden Städten.
Die Route wird vom 12. August bis zum 15. September betrieben, mit einem Hin- und Rückflug, der jeden Tag geplant ist. Die relativ kurze Dauer des Testbetriebs spiegelt den vorsichtigen Ansatz wider, der die erste internationale kommerzielle Nutzung des Flugzeugs umgibt.
Die Verbindung Peking–Ulaanbaatar ist auch geografisch unkompliziert. Die mongolische Hauptstadt liegt etwa 1.150 Kilometer von Peking entfernt, sodass das C919 die Reise in weniger als zwei Stunden absolvieren kann.
Für Comac und Air China bietet die Route die Möglichkeit, die Fähigkeiten des Flugzeugs außerhalb Chinas zu demonstrieren, ohne es sofort den Anforderungen längerer internationaler Flüge auszusetzen.
Eine neue Herausforderung für Airbus und Boeing
Das internationale Debüt erfolgt, während Comac versucht, das C919 als glaubwürdige Alternative auf dem globalen Markt für schmale Flugzeuge zu etablieren.
Das Flugzeug besetzt dasselbe breite Segment wie Modelle wie die Airbus A320neo-Familie und Boeings 737 Max, die den Kurz- und Mittelstrecken-Luftverkehr dominieren.
Diese etablierten Flugzeuge führen typischerweise mehrere Rotationen pro Tag auf stark frequentierten internationalen Routen durch. Im Vergleich dazu ist der erste C919-Service von Air China nach Mongolei auf einen einzigen täglichen Hin- und Rückflug beschränkt.
Dieser Unterschied unterstreicht die Lücke, die Comac noch schließen muss, bevor das Flugzeug direkt mit Airbus und Boeing auf globaler Ebene konkurrieren kann.
Air China bringt das C919 auf die internationale Bühne
Air China betreibt das C919 bereits auf Inlandsstrecken, aber der Einsatz nach Ulaanbaatar stellt eine neue Phase für das Flugzeug dar.
Die Wahl eines nahegelegenen internationalen Ziels begrenzt die operationale Komplexität und bietet wertvolle Erfahrungen im grenzüberschreitenden kommerziellen Dienst.
Für die Passagiere mag der Flug einfach eine weitere regionale Verbindung erscheinen. Für die chinesische Luftfahrtindustrie hat er jedoch eine erheblich größere Bedeutung.
Ein in China entwickeltes und hergestelltes Flugzeug wird nun erstmals kommerziell auf einer geplanten internationalen Route eingesetzt.
Ein Meilenstein, aber noch kein globaler Durchbruch
Der erste internationale C919-Service sollte als wichtiger Test und nicht als Beweis dafür angesehen werden, dass Comac bereits eine globale Präsenz etabliert hat.
Das Flugzeug wird überwiegend mit dem chinesischen Inlandsmarkt assoziiert, während Airbus und Boeing von Jahrzehnten internationaler Betriebsführung, umfangreichen Flugzeugflotten, globalen Wartungsnetzen und etablierten Kundenbeziehungen profitieren.
Der kurzfristige Service nach Ulaanbaatar bietet Comac jedoch die Möglichkeit zu demonstrieren, dass das C919 zuverlässig außerhalb seines Heimatmarktes operieren kann.
Wenn ähnliche internationale Einsätze folgen, könnte der Flug letztendlich als früher Schritt in der Internationalisierung der chinesischen Verkehrsflugzeugindustrie in Erinnerung bleiben.
Für den Moment stellt der Service Peking–Ulaanbaatar einen bescheidenen, aber strategisch wichtigen Eröffnungszug in Chinas Bemühungen dar, eine dritte Kraft auf dem globalen Passagierflugzeugmarkt aufzubauen.
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