Kanadischer Pilot soll über 900 Flüge ohne erforderliche Lizenz geflogen sein
Ein ehemaliger Air Canada-Kapitän wird beschuldigt, über einen Zeitraum von 17 Jahren mehr als 900 kommerzielle Flüge ohne die erforderliche Pilotenlizenz für die Führung von Passagierflugzeugen durchgeführt zu haben, was erhebliche Bedenken hinsichtlich der Aufsicht über die Luftfahrt und der Dokumentenprüfungsverfahren aufwirft.
Laut den Ermittlern arbeitete der Pilot – identifiziert als Geoffrey Wall – fast drei Jahrzehnte lang für Air Canada, nachdem er 1998 bei der Fluggesellschaft angefangen hatte. Er wurde 2009 zum Kapitän befördert und soll Langstreckenrouten auf Flugzeugen wie Boeing 767, 777 und 787 geflogen sein.
Um legal als Kapitän von Verkehrsflugzeugen in Kanada zu arbeiten, müssen Piloten eine Airline Transport Pilot License (ATPL) besitzen, die höchste Zertifizierungsstufe in der zivilen Luftfahrt. Die Behörden behaupten, dass Wall diese Qualifikation nie besessen hat, obwohl er Dokumente vorlegte, die ihm ermöglichten, jahrelang Flüge durchzuführen.
Die Ermittler behaupten auch, dass der Pilot gefälschte oder manipulierte Zertifizierungsdokumente verwendet hat, um das Fehlen der erforderlichen Lizenz zu verschleiern, und damit sowohl seinen Arbeitgeber als auch Transport Canada getäuscht hat. Während seiner Karriere soll er mehr als 900 nationale und internationale Flüge durchgeführt und dabei fast 3 Millionen kanadische Dollar an Gehalt verdient haben.
Der Fall kam im März 2025 während einer routinemäßigen Betriebsbewertung am Toronto Pearson International Airport ans Licht, wo Unregelmäßigkeiten in seiner Dokumentation entdeckt wurden. Dies löste eine regulatorische Überprüfung durch Transport Canada aus.
Im Januar 2026 leitete die Strafverfolgungsbehörde eine formelle strafrechtliche Untersuchung mit dem Namen „Projekt Icarus“ ein, die zur Festnahme und Anklage des Piloten am 1. Juni 2026 führte.
Der Fall hat eine erneute Debatte über die Einstellungsrichtlinien der Fluggesellschaften, die Systeme zur Zertifizierungsüberprüfung und die Robustheit der Sicherheitsaufsicht in der kanadischen Verkehrsflugbranche ausgelöst.
Die Behörden setzen ihre Ermittlungen fort, um herauszufinden, wie die angebliche Täuschung fast zwei Jahrzehnte lang unentdeckt blieb.
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