Wer hat das erste Touchscreen-Smartphone der Geschichte hergestellt?
Das iPhone wird oft zugeschrieben, die Smartphone-Branche revolutioniert zu haben, als Apple es 2007 einführte. Samsung und andere große Hersteller trugen später dazu bei, dass Touchscreen-Geräte zum globalen Standard wurden. Doch die Geschichte der Touchscreen-Smartphones begann mehr als ein Jahrzehnt vor dem ersten iPhone.
Zu den Pioniergeräten gehörte der IBM Simon Personal Communicator, der weithin als eines der frühesten kommerziell verfügbaren Mobiltelefone gilt, das Zellkommunikation, Funktionen eines persönlichen digitalen Assistenten und eine Touchscreen-Oberfläche kombinierte.
IBM stellte den Simon 1992 vor und brachte ihn am 16. August 1994 kommerziell auf den Markt. Zu diesem Zeitpunkt stellte das Gerät einen großen technologischen Fortschritt dar, indem es mehrere Funktionen vereinte, die schließlich Standardmerkmale moderner Smartphones wurden.
Der Simon verfügte über einen 4,5-Zoll resistiven Touchscreen. Im Gegensatz zu den heutigen Smartphones reagierte sein Bildschirm nicht auf einen leichten Fingerdruck. Benutzer mussten in der Regel Druck ausüben, oft mit einem Stylus, um mit der Benutzeroberfläche zu interagieren.
Resistive Touchscreen-Technologie basiert auf flexiblen Schichten, die in Kontakt kommen, wenn Druck ausgeübt wird. Die resultierende elektrische Veränderung ermöglicht es dem Gerät, die Position der Berührung zu bestimmen und in eine Aktion umzusetzen.
Der Simon war weit mehr als ein herkömmliches Mobiltelefon. Er bot E-Mail, Faxfunktionen, einen Kalender, Kontaktverwaltung und Notizwerkzeuge sowie integrierte Anwendungen wie einen Taschenrechner und ein Zeichenprogramm. Das Gerät lief auf einem maßgeschneiderten Betriebssystem, das von GEOS abgeleitet war, und verfügte über einen 16-MHz-Prozessor und 1 MB RAM.
Trotz seines innovativen Designs gelang es dem IBM Simon nicht, ein Massenmarkt-Erfolg zu werden. Seine relativ große Größe, die begrenzte Akkulaufzeit und die unterentwickelte mobile Dateninfrastruktur der Mitte der 1990er Jahre schränkten seine praktische Anziehungskraft ein. Berichten zufolge wurden etwa 50.000 Einheiten verkauft, bevor die Produktion 1995 eingestellt wurde.
Der begrenzte kommerzielle Erfolg des Simon veranschaulicht einen wichtigen Punkt in der Geschichte der Smartphones: Touchscreen-Technologie allein war nicht genug, um die Mobiltelefonbranche zu transformieren. Schnellere Netzwerke, leistungsfähigere Software, verbesserte Hardware und intuitivere Benutzeroberflächen waren ebenfalls notwendig, bevor Smartphones zum Mainstream werden konnten.
Weitere Touchscreen-Geräte folgten. Der Alcatel One Touch Com, der 1998 auf den Markt kam, verfügte über einen 2,8-Zoll-Touchscreen und WAP-Browsing-Funktionen. 2000 führte Ericsson das R380 ein, ein weiteres Gerät, das Mobiltelefonfunktionen mit den Funktionen eines persönlichen digitalen Assistenten kombinierte.
Nokia setzte den Trend 2004 mit dem Nokia 7710 fort, seinem ersten Touchscreen-Handy. Es verwendete resistive Touchscreen-Technologie und bot Funktionen wie Web-Browsing und PDF-Anzeige. Es erreichte jedoch nicht die weit verbreitete Beliebtheit und wurde 2005 eingestellt.
Die Entwicklung dieser frühen Geräte legte wichtige Grundlagen für die Smartphone-Revolution, die folgte. Obwohl das iPhone das Produkt ist, das am engsten mit dem modernen Touchscreen-Smartphone verbunden ist, hatte sich die Technologie und das Konzept bereits seit Jahren weiterentwickelt. Der IBM Simon nimmt daher einen wichtigen Platz in der Geschichte der mobilen Technologie ein, als eines der Geräte, die halfen zu definieren, was ein Smartphone letztendlich werden könnte.
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